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FBB Gründachsymposium NachbetrachtungInformation und Erfahrungsaustausch rund ums Gründach Information und Erfahrungsaustausch rund ums Gründach
Etwa 120 Personen besuchten das mittlerweile schon 5. FBB-Gründachsymposium am 15. März in Ditzingen. Viele der Zuhörer waren zum wiederholten Male dabei. Die Teilnehmer waren begeistert über diesen kompakten und branchenübergreifenden Informationstag der Dachbegrünung. Sowohl die Organisatoren der FBB (Fachvereinigung Bauwerksbegrünung e.V.) als auch die Mitveranstalter FLL (Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e.V.) vertreten durch ihren Präsidenten Prof. Albert Schmidt, BGL (Bundesverband Garten-, Landschaft- und Sportplatzbau e.V.) vertreten durch Dr. Michael Henze und ZVDH (Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks e.V.) zeigten sich hochzufrieden über die Resonanz der Veranstaltung und über die gelungene Kooperation der Verbände. FBB-Präsident Dr. Gunter Mann zog ein positives Fazit: „Es war nicht nur eine Veranstaltung mit vielen interessanten Vorträgen, sondern auch eine Art „Branchentreff“ mit anregenden Diskussionen in den Pausen. Es hat richtig Spaß gemacht. “
Insgesamt 11 Referenten stellten in ihren Vorträgen aktuelle und interessante Themen rund um die Dachbegrünung vor. Die Veranstaltung teilte sich in vier Themenkreise auf, die hintereinander vorgetragen wurden: „Aus der Praxis“, „Forschung und Lehre“, „Recht und Richtlinie“ und „Berichte aus dem Ausland“.
Zum Auftakt berichtete Fritz Wassmann aus der Schweiz in seiner typischen Art über sein Verständnis von Pflanzenverwendung beim Begrünen von Dächern und brachte dazu sogar Anschauungsmaterial in Form von Pflanzen mit. Er plädiert für höherwertige Extensiv- und nutzbare Intensivbegrünungen.
Klaus Burger stellte in seinem Vortrag verschiedene Möglichkeiten der Leckageortung vor – elektrische Impulsortung, Rauchgasuntersuchung und Tracer-Gas-Verfahren. Mit diesen Methoden lassen sich Schadstellen in der Dachabdichtung schnell, sicher und punktgenau finden, ohne das Kies- bzw. Gründach abräumen zu müssen.
Photovoltaik und Dachbegrünung schließen sich nicht aus, so Jan Wölfl, sondern ergänzen sich. Er führte an, dass die Begrünung durch ihre Verdunstungskühlung die Leistungsfähigkeit der Photovoltaikanlage positiv beeinflusst. Wichtig bei einer Kombination ist zu beachten, dass die Pflanzen die Solarmodule nicht beschatten.
Bei den folgenden drei Beiträgen verdeutlicht sich die Kooperation der FBB mit vielen Hochschulen und das Bemühen, Forschung und Lehre mit der Praxis zu verbinden und aktuelle Untersuchungsergebnisse beim Gründachsymposium vorzustellen. Jürgen Eppel aus Veitshöchheim stellte Ergebnisse aus fünf Untersuchungsjahren „leichtgewichtiger“ Dachbegrünungssystemen vor. Fazit: die Gewichte der Begrünungen, die ursprünglich bei 50 kg/m² liegen sollte, haben sich teilweise stark erhöht, das Erscheinungsbild war je nach Pflege unterschiedlich gut und die Abflussbeiwerte lagen bei C = 0,2 und 0,5. Selbst dünnschichtige, einfache Extensivbegrünungen sind eine ökologisch sinnvolle Lösung.
Martin Jauch aus Weihenstephan berichtet über Bambus und andere rhizombildende Pflanzen auf Dächern und deren Gefährlichkeit gegenüber der Dachabdichtung. Rhizome werden derzeit bei den Prüfverfahren unterbewertet. Gegen die aggressiven Rhizome von Schilf und Bambus bieten die derzeit am Markt befindlichen wurzelfesten Bahnen kaum Schutz, so dass darüber hinausgehende bauliche Maßnahmen (Rhizomsperren) ergriffen werden müssen. Die FH Weihenstephan ist an der Entwicklung eines Verfahrens zur Prüfung des Widerstands von Bahnen gegen Bambus-Rhizome.
Prof. Dr. Stephan Roth-Kleyer aus Geisenheim zeigte anhand von schönen Bildern, dass die Artenvielfalt durch die Verwendung verschiedener Allium-Arten nachhaltig erhöht werden kann. U.a. sind das A. flavum, A. sphaerocephalon, A. nutans, A. carinatum.
Als “special guest” führte Florain Hatzenbühler in seinem außerplanmäßig eingeschobenen Kurzbeitrag die Teilnehmer in die Welt der Sukkulenten ein. U.a. zeigte er geeignete Kakteen- und Opuntien-Arten auf, die für die Dachbegrünung geeignet sind bzw. sein könnten.
Uwe Böckmann von der Gartenbau-Berufsgenossenschaft aus Kassel zeigte die gesetzlichen Rahmenbedingungen zur Absturzsicherung auf. Er appellierte an Bauherren und Planer, da seiner Erfahrung nach die auftretenden Probleme an Fehlern bzw. Nachlässigkeiten der Planungsphase und Baustellen-Koordination liegen. Frühzeitige Planung und die Berücksichtigung aller Gewerke und Nutzer der Dachfläche sind wichtig. Die Baustellenverordnung verpflichten den Bauherrn zu Schutzmaßnahmen.
Vom Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks ZVDH erläuterte Kurt Michels die wichtigsten Inhalte der neuen Abdichtungsnorm DIN 18531 für Extensivbegrünungen. Zu beachten sind die Anwendungskategorien und Beanspruchungsklassen - je nach baulicher Gegebenheit und Anspruch an die Qualität.
Deutscher Architekt in England - Stephan Falke erzählte von seinen Erfahrungen und das mit einem unterkühlten britischen Humor. Derzeit sind Dachbegrünungen eher eine Randerscheinung. Bei Planung und Ausführung wird vorrangig auf know how aus Deutschland zurückgegriffen. Viele Projekte sind in der Planungsphase und werden immer wieder aus finanziellen Gründen nicht realisiert. Dennoch gibt es Anlass zu Optimismus: der Bau boomt und das ökologische Interesse wächst.
Traditionell schloss Prof. Köhler den kompakten Gründachtag in Ditzingen mit einem Übersichtsvortrag über begrünte Dächer in Europa und der Welt ab und zeigte für Europa, Amerika, Australien und Asien Organisationen, Forschungsstand und geplante Veranstaltungen auf.
Das FBB-Gründachsymposium konnte auch im fünften Jahr überzeugen, alle Interessierten über den aktuellen Stand der Dachbegrünung informieren und Anregungen für weitere Entwicklungen geben. Der Tagungsband mit den Kurzfassungen der Vorträge kann unter www.fbb.de kostenlos heruntergeladen werden.
Dr. Gunter Mann, Präsident Fachvereinigung Bauwerksbegrünung e.V. (FBB), Kanalstraße 2, 66130 Saarbrücken, Tel. 0681-9880570, Fax 0681-9880572, e-mail info@fbb.de, www.fbb.de |
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